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Apr. 30

Ein paar Tage in Adelaide

Oder: Ein entspannter Einstieg und ein abruptes Ende

Ich habe von Adelaide so unterschiedliche Meinungen gehört, dass ich nur gespannt sein konnte. Da gab es Leute, die begeistert waren, die besonders die Atmosphäre gelobt haben und den Mix aus Alt und Neu spannend fanden. Und es gab jene, die Adelaide langweilig finden, weil es in der kleinen Stadt so wenig zu tun gibt.

Ich glaube, es kommt immer auf die eigenen Interessen an. Ich fand Adelaide ganz wunderbar. Nach meiner so netten Tour entlang der Great Ocean Road war ich ohnehin gut drauf und der Teil meiner Gruppe, mit dem ich mich so gut verstanden hatte, blieb noch einen Tag in der Stadt. Es konnte also nur gut werden.

Adelaide ist groß, aber nicht zu groß. Es gibt einen Fluss und einen Strand, der ca. 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist. Einige Museen standen zwar auf meiner Liste, die mussten aber interessanteren Dingen weichen: Radtouren. Ich kenne keine andere Stadt, in der es so einfach und praktisch ist, sich kostenlos Fahrräder zu leihen. Und wahrscheinlich mir zuliebe ist Adelaide dann auch noch platt wie eine Flunder. Anstrengend waren nur Hügel, die durch kleinere Brücken entstanden sind.

Den ersten Tag haben wir zu viert auf Fahrrädern (und einem Board) verbracht und sind einfach planlos losgefahren. Das war fantastisch. Wir hatten eine Autospur für uns und haben uns gefühlt wie die Könige der Stadt. Wir sind ein Stück am Fluss entlang gefahren und im Botanischen Garten gelandet, wo wir uns dann Kaffee und Eis gegönnt haben. Leider war der Tag viel zu schnell vorbei. Aber toll war er!

Als meine neu gewonnenen Freunde mich Richtung Outback verlassen hatten, wollte ich nach Port Adelaide fahren. Wie der Name schon sagt, ist das ein Hafengelände. Eigentlich ist das eine Art kleinere Stadt etwas außerhalb des Zentrums. Da ich den Schienenersatzverkehr und damit einen Bus nutzen musste und das Busfahren in Australien ein größeres Abenteuer ist, verlief der Tag nicht ganz so wie geplant. Ursprünglich wollte ich ein Dolphin Sanctuary in Port Adelaide besuchen und dort ein Kayak mieten. So hätte ich wilde Delfine quasi auf Augenhöhe und quasi garantiert sehen können.

Als ich aber zu spät und irgendwo im Nirgendwo aus dem Bus ausgestiegen und 45 Minuten zurück nach Port Adelaide gelaufen bin, konnte ich weder das Sanctuary, noch den Kayakverleih finden. Es stellte sich heraus, dass beides auf einer nochmal vorgelagerten Halbinsel und damit für mich unerreichbar ist.

Trotzdem war der Tag noch wirklich nett. Port Adelaide ist die einzige Stadt, in der dauerhaft wilde Delfine leben. Ein salziger Seitenarm des Meeres, der durch den Hafen führt, ist Heimat von einigen Großen Tümmlern. Warum die Tiere sich da trotz der Risiken durch Dreck, Schiffen und Menschen so wohlfühlen, ist unklar. Aber sie tun es. Und ich habe sie gesehen, auch wenn der Fotobeweis nicht der hübscheste ist. Damit war mein Tag dann perfekt. Delfine sind immer das Beste, was mir passieren kann.

Dass dann auch noch zwei Delfine pünktlich zum dramatischen Sonnenuntergang etwa drei Meter vor mir ultrakitschig durch das Wasser geschwommen sind, glaubt mir mangels aufregungsbedingtem Bildbeweis wahrscheinlich niemand.

Zumindest aber konnte ich noch ein bisschen fotografieren und etwas an der Kamera rumspielen. Die Ergebnisse liefere ich mal ungefragt einfach mit:

Mein letzter Tag in Adelaide wurde dann nochmal sportlich. Zusammen mit zwei Mädels aus dem Hostel habe ich mir nochmal ein Fahrrad ausgeliehen und wir haben eine wunderschöne Radtour zum Strand gemacht. Dafür muss man immer am Fluss entlang fahren, was eine wirklich schöne Strecke ist.

Leider war mein Ende in Adelaide etwas abrupter als ich mir das vorgestellt hatte: Als wir zurück im Hostel waren und uns nach Essen, einer Dusche und Entspannung gesehnt haben, hatte ich eine Notiz an der Zimmertür und habe von der Rezeption erfahren, dass ich heute Morgen hätte auschecken sollen. Nach dem ersten Schreck musste ich dann feststellen, dass der Mann an der Rezeption Recht hatte. Ich habe mich im Tag geirrt und meinen Flug nach Perth verpasst, während ich in die Pedale getreten hab. Entsprechend hektisch war dann meine Abreise, inklusive einer neuen Flugbuchung, einer verspäteten Tourenbestätigung für den nächsten Tag, einem überraschend günstigen Transfer zum Flughafen und der Frage, wie in aller Welt ich eigentlich unvorbereitet nachts in ein Hostel in einer fremden Stadt komme.

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