«

»

Apr. 22

The Mighty City of Melbourne

Oder auch: Wenn zweieinhalb Tage einfach nicht genug sind

Wenn man in Australien umher reist, wird man früher oder später Leuten begegnen, die die „Entweder-oder-Frage“ stellen. „Steak oder Chicken?“ könnte man gefragt werden. Hier wird Chicken aber auch mal als Beilage zu Steak gegessen, deswegen meine ich diese Frage schon mal nicht. Viel eher wird man gefragt, ob man eher der Sydney- oder der Melbourne-Typ ist. Denn offensichtlich muss man sich da entscheiden.

Ich habe sechs Tage in Sydney verbracht und zweieinhalb in Melbourne. Man könnte jetzt meinen, dass ich mich also schon im Vorfeld für Sydney als Liebslingsstadt entschieden hätte. Habe ich aber nicht. Und müsste ich mich entscheiden, würde ich mich wohl jetzt, nachdem ich beide Städte kurz kennenlernen durfte, für Melbourne entscheiden.

Sydney ist ein toller Australien-Einstieg mit großen Sightseeing-Highlights, Palmen und bunten Vögeln und einer grandiosen Infrastruktur für Reisende. Aber Melbourne hat Flair. Diese Stadt hat das gewisse Etwas, das mich stellenweise sehr stark an Berlin erinnert hat.

Auf der Suche nach einem Laden, der mir ein Straßenbahn(!)-Ticket verkauft, hatte ich heimatliche Ostberlin-Gefühle und bei meinem späteren Spaziergang durch Fitzroy konnte ich mich einer Kreuzkölln-Atmosphäre nicht entziehen. Melbourne hat gegenüber Berlin sogar einen großen Vorteil: Es gibt einen Strand! Würde ich nach Australien umsiedeln, wäre Melbourne wohl meine erste Wahl als neue Heimatstadt. Aber solche Pläne habe ich derzeit nicht.

Auch hier habe ich wieder unfassbar tolle Erfahrungen gesammelt. An meinem ersten Abend bin ich zum Pier gegangen, weil es dort Pinguine geben soll. Statt zum Pinguin-Publikum bin ich aber auf die andere Seite des Wellenbrechers geklettert, weil dort ein paar Fotografen standen und ich mir etwas abschauen wollte. Mit einem Paar, das den schönen Sonnenuntergang festhalten wollte, bin ich ins Gespräch gekommen und der Abend endete, wie es besser nicht hätte sein können: Nach einer Fotosession am örtlichen Vergnügungspark sind wir Achterbahn gefahren und haben gemeinsam Tacos gegessen. Einfach so. Ganz spontan. In Deutschland passiert mir so etwas nicht.

Auch meine beiden vollen Tage in Melbourne haben mir ausgesprochen gut gefallen. Dass man in der Innenstadt kostenlos Straßenbahn fahren kann, finde ich ausgesprochen praktisch. Das Café „Fitzroy Social“ in – Überraschung! – Fitzroy serviert einen sehr leckeren Peanut Butter-Cheesecake in alternativ anmutender Umgebung und die Pinguine, die ich dann am zweiten Abend wirklich in St. Kilda gefunden haben, sind einfach unschlagbar niedlich.

Das einzig Doofe an meinem Stop in Melbourne war, dass ich nach nur so kurzer Zeit schon weiterreisen musste. Ich habe das Gefühl, noch lange nicht alles gesehen zu haben und würde zu gern noch den Caramel and Nutella-Pie im „Fitzroy Social“ kosten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*