Oder auch: Erste Eindrücke aus Hobart
In Tasmanien gibt es wirklich Teufel. Die wollen uns aber nichts Böses und sind auch nur manchmal und nur stellenweise rot, aber dazu später mehr.
Ich habe Tasmanien in meine fünf Wochen Australien gequetscht, weil ich etwas abseits der üblichen Route reisen wollte. Die meisten ersten Reisen in dieses riesige Land führen entlang der Ostküste zwischen Melbourne und Cairns. Das ist mit Sicherheit sehr überwältigend und extrem vorteilhaft, aber ich suche ja das nicht ganz so Gewöhnliche. Also ging es vom tropischen Cairns auf in das eher europäisch-herbstliche Hobart im Südosten Tasmaniens.

Hobart ist eine sympathisch kleine und weniger touristische Stadt, wenngleich der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle für den Bundesstaat Tasmanien ist. Auch hier ist die Infrastruktur für Backpacker bequem, es gibt Hostels und für australische Verhältnisse günstige Essensangebote. Da die Stadt von echt überschaubarer Größe ist, musste ich mich auch nicht mal mit dem öffentlichen Nahverkehr auseinandersetzen, sondern bin einfach gelaufen, was ja immer geldbeutelschonend und figurunschädlich ist.
Am meisten gefällt mir aber das Gefühl, eben nicht an jeder Ecke eine Travel Agency für junge Reisende und hinter jedem Supermarktregal zwei deutschsprachige Freundinnen zu finden, die über den geplanten Obstsalat diskutieren. Ich bin hier ganz bestimmt nicht die einzige Reisende, aber zumindest bin ich mal die einzige ohne Plan, die die Kreuzung überquert oder am Hafen entlang schlendert.

Wie man mal wieder unverhofft auf unglaublich nette Menschen trifft, habe ich dann bei der Anreise gemerkt: Im Flugzeug saß eine junge Frau mit Baby neben mir, mit der ich ins Gespräch gekommen bin. Ihr Baby war erstaunlich freundlich (man befürchtet ja immer das Schlimmste, wenn ein Kleinkind in der Nähe sitzt) und es stellte sich heraus, dass Mama und Tochter in Hobart leben. Also konnte ich nicht anders und musste fragen, ob es einen günstigeren Weg in die Stadt als den gnadenlos überteuerten Airport-Shuttle gibt. Zu meiner Überraschung gibt es keine öffentliche Alternative. Es gibt aber nette Australier, die einem direkt anbieten, einen mitzunehmen. Die kleine Familie hat mich allen Ernstes einfach so bis zu meinem Hostel gefahren. Das ist doch mal ein guter Anfang für Tasmanien und mich!

