Oder auch: Wenn das mit dem Regenwald zu ernst genommen wird
Jetzt bin ich schon fast zwei Wochen in Australien und lass die zweite Station hinter mir. Ich verlasse die Tropen und bin irgendwie nicht so ganz zufrieden. Ich hatte ja doch ein bisschen auf eine Dosis Sonnenschein und Sommer gehofft und wurde von Cairns dahingehend ein bisschen enttäuscht.
Bis auf den letzten Tag hat es mehrmals täglich stark geregnet. Dabei rede ich nicht von einem leichten Nieselregen, sondern von tropischem „Land unter“. Zwar ist Cairns auf solche Witterungsverhältnisse doch besser eingestellt als Sydney, aber das Backpackerleben wird dadurch nicht unbedingt einfacher. Sobald die Klamotten endlich wieder trocken sind, was ohne Wäscheleine und Ventilator kein einfach zu erreichender Zustand ist, geht man raus und wird sofort wieder geduscht. Am nervigsten war dieser Zustand bei meiner Tour in den buchstäblichen Regenwald, aber auch ansonsten war das Ganze etwas frustrierend.
Mein letzter Tag in Cairns war dann endlich ein Tag voller Sonnenschein und der hat dann auch gleich wieder Spaß gemacht. Nach einem kurzen Ausflug in das leider zu touristische Regenwald-Örtchen Kuranda und meiner ersten Koala-Begegnung habe ich einen wirklich entspannten Nachmittag und Abend in der Stadt verbracht und war mit meiner Hostel-Freundin auf dem Markt. Hiermit eine offizielle Warnung: Es folgt ein Koala-Bilder-Spam wegen süß.



Überhaupt muss ich nochmal auf das Thema Hostel-Bekanntschaften eingehen: Auch in Cairns bin ich ohne Probleme mit Leuten in Kontakt gekommen und habe von deren Wissen profitieren können. Wer hätte gedacht, dass man an drei aufeinanderfolgenden Tagen von Travel Agencies auf Pizza und Bier eingeladen werden kann? Ich sage ja: Hostels sind wahre Goldgruben, was Reisewissen angeht!
Manchmal gibt es bei solchen Veranstaltungen auch etwas zu gewinnen. Oftmals sind das Gutscheine für bestimmte Ausflüge, Fallschirmsprünge oder ganze Touren. An Tag drei von drei wurde mein Name gezogen. Als die SMS ankam, war ich doch etwas nervös. Und weil es im Text hieß, ich könne mir den Gewinn aussuchen, habe ich den Weg ins Reisebüro recht zügig gefunden. Am Ende relativierte sich alles wieder ein wenig: Ich war die letzte der Glücklichen, womit sich meine Wahl auf genau einen Gewinn beschränkte. Zu vergeben war ein 200$-Gutschein bei einer Buchung von Touren an Australiens Ostküste im Mindestwert von 1000$. Das ist ein durchaus realistischer Wert und ein super Gewinn. Nur leider nicht für mich, die ja in Kürze die Ostküste verlassen würde. Kurzum: Am Ende ist die Rechnung der Travel Agency wohl aufgegangen und ich habe meine Touren für Tasmanien dort gebucht. „Leider“ konnte mein gewonnener Gutschein aber nicht eingelöst werden. Stattdessen wurde mir der Gewinn der Agentur erlassen, was umgerechnet etwa 25€ ausmacht und sich bei einer Buchung im mittleren dreistelligen Bereich relativiert. Aber besser als nichts.
Mein Fazit von Cairns fällt durchaus positiv aus, was vor allem auch am Great Barrier Reef und an den netten Mädels aus dem Hostel liegt, mit denen ich viel Zeit verbracht habe. Die Stadt ist aus Backpackersicht unglaublich praktisch und einfach zu bereisen. Man wird von verschiedenen Angeboten und Möglichkeiten förmlich überrannt und hat eher die Qual der Wahl als die Schwierigkeit, einen idealen Zeitvertreib zu finden. Ich kann mir durchaus vorstellen, im Riff noch einmal einer Schildkröte zu winken und Nemo zu suchen. Aber dann bitte bei gutem Wetter. Haben wir einen Deal, Cairns?
